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L A U D A T I O

zur Verleihung des JUGENDEHRENAMTSPREISES 2013

anlässlich des Neujahrsempfangs der Stadt Mölln am 13. Januar 2013
durch Wolfgang Engelmann, Vorsitzender des Vorstandes der
Gemeinschaftsstiftung Mölln

Frau Bürgervorsteherin Nagel, Herr Bürgermeister Wiegels
meine sehr verehrten Damen und Herren,

zum zweiten Mal vergeben heute die Stadt Mölln und die Gemeinschaftsstiftung Mölln den Ehrenamtspreis für engagierte junge Menschen in unserer Stadt.

Hin und wieder höre ich die Auffassung, dass ehrenamtlich und freiwillig Engagierte die Lückenbüßer eines sich zurückziehenden Sozialstaates sind. Dabei schwingt bei diesen Diskutanten die Sorge mit, dass freiwillige Bürgerarbeit Erwerbsarbeit ersetzen soll und damit bezahlte Arbeitsplätze verschwinden. Diese Sichtweise halte ich für falsch. Der Staat kann und soll doch gar nicht alle Aufgaben selbst übernehmen und zu seinen eigenen machen. In diesen Feldern gibt es Dienste, die die Dienstleistungsgesellschaft weder kaufen noch bezahlen kann, die aber geleistet werden müssen, wenn unsere Gesellschaft nicht erfrieren soll.
- Niemand ist überzeugender und in seiner Hilfe effektiver als die Menschen, die Besuche im Krankenhaus oder Pflegeheim machen; die sich für den Gedanken der Tafel engagieren.
- Kein Verein kann ohne die ehrenamtliche Bereitschaft zur Mitarbeit leben.
- Wir brauchen die Menschen in Feuerwehren und Rettungsdiensten.
- Wir brauchen die Schöffen und die vielen Kommunalpolitiker, die mit ihren Erfahrungen das menschliche Miteinander bereichern.

Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Solidarität sind unbezahlbare Werte, die weder durch Gesetze noch durch Verordnungen erzwungen werden können. Diese Werte müssen
praktisch gelebt werden. Sie werden glücklicherweise von vielen Menschen gelebt, die anderen das Wertvollste schenken, über das sie verfügen: ihre Zeit.

Die Stadt Mölln und die Gemeinschaftsstiftung Mölln wollen diese Solidarität insbesondere von jungen Bürgerinnen und Bürgern fördern und herausfordern, deshalb verleihen wir alljährlich gemeinsam diesen Preis.
Der zu verleihende Preis – eine Eule – wurde von dem Möllner Künstler und Bildhauer Hans-Werner Könecke extra für diesen Zweck kostenlos entworfen und gestaltet. Einen Dank an den Künstler, zeigt er doch damit seine Verbundenheit zu unserer liebenswerten Stadt. Dazu wird durch die Gemeinschaftsstiftung dem Preisträger ein Geldpreis in Höhe von 500 € überreicht. Der Preisträger kann über die Verwendung dieses Betrages innerhalb seiner Ehrenamtsorganisation bestimmen. Damit bindet sich die Gemeinschaftsstiftung in das Gemeinwohl ein und zeigt, dass es unter dem Motto „Von Möllnern – für Mölln“ gute Ansätze gibt. Unter uns sind bestimmt Menschen, die darüber nachdenken, wem sie ihr Vermögen später einmal vererben. Eine Zustiftung zur Gemeinschaftsstiftung ist ein auf Dauer angelegtes Engagement. Gerne stehen die anwesenden Vorstandsmitglieder auch heute für Gespräche zur Verfügung.

Leider hatten wir in diesem Jahr nicht so eine große Resonanz wie im Vorjahr. Deshalb heute schon vorsorglich der Appell an alle Vertreter der anwesenden Vereine und Verbände, sich bereits jetzt Gedanken für einen Vorschlag für das Jahr 2014 zu machen.

2012 haben wir Ercan Kök erstmalig mit dem Preis ausgezeichnet. Wenn ich mir das vergangene Jahr betrachte, hat sich Ercan Kök nicht auf den Lorbeeren des Preises ausgeruht, sondern sich in dem Projektjahr „Der Till heckt mit dem Nasreddin“ insbesondere als Darsteller des Nasreddin weiter engagiert. Ercan Kök wird uns nun den Wanderpreis zurückgeben und wir überreichen ihm als dauerhafte Erinnerung eine kleine Nachbildung des Preises.

Für das Jahr 2013 hat sich die Jury als Preisträger für

Jan Frederik Schlie

entschieden.

Jan Frederik wurde am 3.4.1989 als Möllner Jung geboren. Er machte 2008 am Marion-Dönhoff-Gymnasium sein Abitur und studiert derzeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg-Bergedorf RESCUE INGENIERING. Ein Studiengang, den es erst seit 2005 gibt und der sich als angewandte Wissenschaft mit den Feldern Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Feuerwehr beschäftigt. Und hier ist dann ganz schnell der Bogen gespannt von seinem ehrenamtlichen Engagement, über seine ihn vorschlagende Organisation – die DLRG Mölln e.V. -, bis hin zu den zukünftigen Vorstellungen der beruflichen Entwicklung. Aus meiner Sicht ein hervorragendes Beispiel dafür, wie aus Hobby/Ehrenamt eine berufliche Entwicklung entstehen kann.

2003 bindet sich Jan –Fredrik an die DLRG und schnell, nämlich 2005 übernimmt er innerhalb seiner Organisation Verantwortung. Ich kann an dieser Stelle aus Zeitgründen nur einige Stationen seines ehrenamtlichen Engagements nennen: Jugendvorsitzender der DLRG, Ausbilder für Helfer im Katastrophenschutz, Beauftragter für Sanitätsdienst im DLRG Landesverband Schleswig-Holstein, bis heute DLRG-Beauftragter für Katastrophenschutz im Kreis Herzogtum Lauenburg, bis heute Vorstandsmitglied der DLRG Mölln, bis heute Sanitätsbereitschaft beim DRK Mölln.


Diese ehrenamtliche Karriere war nur zu erreichen, weil Jan Fredrik eine Fülle von Qualifikationen erwerben musste, auch hier nur eine kleine Auswahl: Rettungsschwimmabzeichen, Fachausbildung zum Wasserretter, Bootsführerschein, Jugendgruppenleiterqualifikation, Ausbilder Erste Hilfe und Sanitätswesen, 1. Stufe der Ausbildung zum Einsatztaucher.

Wie stark Ehrenamt prägt sehen wir auch daran, dass er seinen Zivildienst im Rettungsdienst des DRK in Mölln absolviert hat und danach auch noch die Prüfung zum Rettungsassistenten erfolgreich bewältigte.

Alle zwei Jahre beim Stadtspiel des Kreisjugendringes organisiert er den gesamten Sanitätsdienst in der Stadt für Kinder.

Als Bürgermeister habe ich ihn als engagierten Kämpfer für die Interessen seines Verbandes erlebt – mit manchmal auch überbordendem jugendlichem Eifer, aber immer fair und mit Weitblick. Jedenfalls kann ich feststellen, dass hier das in der Familie vorhandene politisch, ehrenamtlich gelebte Engagement allen drei Geschwistern mit in die Wiege gelegt wurde und deshalb kann ich jetzt auch ganz stolze Elternblicke bei Kathrin und Klaus Schlie sowie ebenso stolze Großelternblicke bei Lilo und Jens Nagel feststellen.

In einem Vorgespräch habe ich Jan Frederik natürlich nach seinen weiteren Zielen befragt:
- Nach meinem Studium möchte er möglichst nahe an Mölln bleiben, um weiterhin hier ehrenamtlich tätig sein zu können.
- Im Fachreferat Sanitätsausbildung des DLRG-Landesverbandes will er Impulse setzen.
- Als DLRG-Kreisbeauftragter möchte er der Wasserrettung mehr Anerkennung verschaffen und sie in das Gesamtkatastrophenschutzkonzept mit einbinden.

Wir können nur hoffen, dass es für Jan Fredrik die Möglichkeit geben wird, sein Hobby zum Beruf zu machen und das möglichst in der Nähe von Mölln, damit wir in Mölln weiterhin auf einen engagierten, jungen Ehrenamtlichen Stolz sein können.

Erneut sehen wir, dass Ehrenamt, freiwilliges Engagement, eine Chance für jeden einzelnen ist, sich einzumischen, unsere Gesellschaft mit zu gestalten. Es ist nicht nur Hilfe für andere, sondern bedeutet auch persönliche Weiterentwicklung.

Herzlichen Glückwunsch Jan Fredrik Schlie !


 


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